In einer neuen Ausgabe der versteckten Talente der Otter steht Qommode im Rampenlicht – buchstäblich. Jonas, so sein richtiger Name, hat sich dreimal bei QoQa beworben, bevor er seinen Platz im Otterbau gefunden hat. Seitdem hat er zwei Universen lanciert und herausgefunden, dass Bohrmaschinen zu verkaufen und ohne Worte Theater zu spielen im Grunde derselbe Sport ist. Oder fast.
Qommode, 38 Jahre alt, ist im Juli 2021 als Einkäufer zu QoQa gestossen. Als er sich für den Bereich Küche bewarb, fing ihn Miss Qhome auf dem Weg ab und schlug ihm vor, den Bereich Wohnen an ihrer Seite zu lancieren. Und weil seine allererste Stelle nach seinem Abschluss Einkäufer für Werkzeuge bei einer grossen französischen Baumarktkette war, übernahm er im April 2025 ganz natürlich die Zügel des Universums Heimwerken, das die Qommunity sich gewünscht hatte.
Jonas ist französisch-schweizerischer Herkunft und wurde in der Gegend von Arles geboren. Studiert hat er in Frankreich. Nach der Universität in Toulon und einer Wirtschaftsschule in Tours absolvierte er ein Praktikum in Deutschland, ein weiteres in den Vereinigten Staaten sowie ein Semester in Utrecht in International Marketing Management. Er schloss seine Wirtschaftsschule in Poitiers mit einer Spezialisierung in International Business Negotiation ab, in einem dualen Studium bei der oben erwähnten französischen Baumarktkette, wo er drei Jahre blieb.
Danach kehrte Qommode zu seinen Schweizer Wurzeln zurück. Als er von einem Headhunter kontaktiert wurde, ergriff er diese Gelegenheit, um näher bei einem Teil seiner Familie zu sein, und trat bei einem grossen Schweizer Möbelhaus als Category Manager ein. Zwei Jahre später wechselte er zu Migros Online, ebenfalls als Category Manager, aber diesmal im Bereich Lebensmittel und Tierbedarf, und schwenkte dann zum Marketing im selben Unternehmen um. Als er das Gefühl hatte, alles gesehen zu haben, kehrte er zu dem zurück, was er liebt: dem Einkauf. Er bewarb sich dreimal bei QoQa (wenn Jonas eine Idee im Kopf hat, lässt sie ihn nicht mehr los). Zuerst im Bereich Sport, dann Experience und schliesslich Küche. Es war der dritte Versuch, der alles veränderte, als Miss Qhome ihn persönlich kontaktierte, um ein neues Universum zu lancieren.
Was er am Otterbau mag? Die Autonomie, die Freiheit, ein One-Shot-Angebot zu testen oder Entscheidungen zu treffen, ohne durch drei Hierarchieebenen navigieren zu müssen. In seinen früheren Positionen war alles strukturierter, eingeschränkter, während bei QoQa der unternehmerische Geist Flexibilität natürlich mit einschliesst. Für Jonas ist das eine Seltenheit. Ausserdem hat er am Otterbau die Mutter seines Sohnes kennengelernt, der erst kürzlich zur Welt gekommen ist: ein richtiger Goldschatz von einem Otterlein!
Knoten mit Kirschstielen machen oder das Geräusch eines Wassertropfens nachahmen, das kriegt Qommode hin. Aber das ist nicht sein wahres Talent. Nein, sein Ding ist Theaterimprovisation.
Alles begann 2017 in Lutry, als er einem Impro-Match beiwohnte. Als der Schiedsrichter eine Kategorie ausrief, merkte Jonas, dass er tausend Ideen im Kopf hat, und das weckte seine Lust. Er meldete sich dann für einen Kurs bei Impro Suisse an und das war erst der Anfang. Danach folgte eine Truppe der anderen: Zuerst Cave Impro, die in Lausanner Bars und in den Weinbergen in Féchy spielte, dann die fortgeschrittene Gruppe von Impro Suisse. Schliesslich verliess er letztere, um L'Échappée Belle mitzugründen, seine aktuelle Truppe, die er einmal pro Woche zur Probe trifft, einmal im Monat auf der Bühne, einmal alle zwei Monate in einem Match der Liga A der AVLI (Association Vaudoise des Ligues d'Improvisation).
Im Moment spielt die Truppe ein Konzept namens Traumjob: Das Publikum schlägt einen Beruf vor, den es nicht gibt, und während einer Stunde improvisieren die Schauspieler*innen rund um dessen Zwänge, Arbeitszeiten und Besonderheiten. Arschloch-Bekämpfung, Erinnerungs-Reparatur, Regenbogen-Jagd – die Berufsfelder sind absurd und versprechen grossartige Momente.
Zu den prägenden Erinnerungen zählt Jonas einen Abend im Mudac mit der Truppe Ponctuation, bei dem das Konzept darin bestand, durch die Ausstellungsräume zu gehen, bei einem Objekt stehenzubleiben und darum herum zu improvisieren. Er hat auch im Museumsshop zu dessen 25-jährigen Jubiläum gespielt und ist regelmässig in der Schweiz und im Ausland unterwegs, um sich mit anderen Truppen zu treffen.
Wenn man Qommode fragt, ob er eine Verbindung zwischen seiner beiden Talente sieht, formuliert er es ganz einfach: In beiden Fällen muss man sich zu helfen wissen, sich an andere anpassen, flexibel sein und im Team vorankommen. Bei QoQa ist es genau dasselbe wie auf der Bühne bei der Theaterimprovisation. Zwei Welten, die scheinbar nichts gemeinsam haben, und irgendwie doch.